Das Währungspaar EUR/USD setzte seinen deutlichen Rückgang am Mittwoch fort, was eine spürbare Stärkung des US-Dollars widerspiegelt. Man könnte sich fragen, warum dies geschieht. Wodurch wird der plötzliche und kräftige Anstieg des US-Dollars verursacht? Ja, die Ergebnisse der Sitzung der Federal Reserve fielen restriktiver aus, und das Monetary Committee bekundete seine Bereitschaft, die Zinsen bis zum Jahresende anzuheben, um die hohe Inflation zu bekämpfen. Allerdings hat die Fed die Zinsen bisher noch nicht angehoben, während die Europäische Zentralbank dies bereits in der vergangenen Woche getan hat. Der Markt ignorierte die Ergebnisse der EZB-Sitzung, während die mögliche Zinserhöhung der Fed in den letzten zwei Tagen eingepreist wurde. Zudem gab es am Donnerstag weder in den USA noch in der EU wichtige Ereignisse oder Veröffentlichungen. Der geopolitische Konflikt im Iran klingt ab, die Ölpreise fallen; ein Fluchtreflex aus Risikoanlagen ist daher nicht mehr nötig. Warum steigt der Dollar also? Unserer Ansicht nach gibt es darauf keine eindeutige Antwort. Der Dollar steigt, weil Market Maker ihn kaufen. Dies könnte eine Falle sein – eine Falle für Bären im EUR/USD-Paar.
Aus technischer Sicht führte der Rückgang des Euro am Mittwoch und Donnerstag zu einer Wiederaufnahme des Abwärtstrends. Allerdings finden FOMC-Sitzungen alle sechs Wochen statt, und der Markt ignoriert weiterhin die meisten makroökonomischen Faktoren. Daher war der Anstieg des Dollars am Mittwoch nachvollziehbar, am Donnerstag jedoch weniger. Wir sind der Meinung, dass der Dollar sein Glück ausreizt und es voll ausschöpft. Derzeit prognostiziert kein führender Analyst ein Wachstum der US-Währung.
Auf dem 5-Minuten-Chart wurden am Donnerstag trotz der hohen Volatilität keine Handelssignale generiert. Während der europäischen Handelssitzung verfehlte der Kurs nur knapp eine saubere Abarbeitung der Zone von 1,1536–1,1542.

Der jüngste COT-Bericht ist auf den 9. Juni datiert. Die Darstellung im Wochen-Chart zeigt deutlich, dass die Netto-Position der nicht-kommerziellen Händler weiterhin „bullish“ ist, sich jedoch aufgrund geopolitischer Ereignisse deutlich verringert hat. Händler haben in den letzten Monaten die europäische Währung zugunsten des US-Dollar abgebaut. Trumps Politik hat sich nicht verändert, aber der Dollar fungierte eine Zeit lang als „Reservewährung“. Dieser Prozess könnte jedoch bereits zu Ende gegangen sein.
Wir sehen weiterhin keine fundamentalen Faktoren, die eine Stärkung der europäischen Währung stützen würden, während es durchaus nachvollziehbare Gründe für einen Rückgang des US-Dollar gibt. Der Krieg im Nahen Osten machte den Dollar vorübergehend äußerst attraktiv, doch wenn dieser Faktor sein „Ablaufdatum“ erreicht, wird sich alles wieder normalisieren. Und genau das könnte bereits geschehen sein. Langfristig könnte der Euro bis auf 1,08 US‑Dollar fallen (die Trendlinie), doch der Aufwärtstrend bliebe weiterhin intakt. In den letzten Monaten hat sich das Paar dieser Linie nicht wesentlich genähert.
Die Anordnung der roten und blauen Linien im Indikator weist auf ein Kräftegleichgewicht zwischen Bullen und Bären hin. In der letzten Berichtswoche verringerte sich die Zahl der Long-Positionen in der Gruppe „Non-commercial“ um 15.900, während die Zahl der Short-Positionen um 19.000 zunahm. Folglich sank die Netto-Position im Wochenverlauf um 34.900 Kontrakte.

Im Stundenchart wurde der Aufwärtstrend aufgehoben, während die Fortsetzung der Abwärtsbewegung noch fraglich ist. Die Lage im Nahen Osten hat sich beruhigt, sodass der Dollar nicht länger auf geopolitische Unterstützung bauen kann. Die Fed hat der US‑Währung am Mittwoch kräftigen Rückhalt gegeben, doch es ist schwer zu erklären, warum der Rückgang am Donnerstag weiterging. Der Markt kauft den Dollar weiterhin ohne ersichtlichen Grund und ignoriert dabei Faktoren, die eigentlich für den Euro sprechen.
Für den 19. Juni markieren wir die folgenden Handelsniveaus: 1,1362, 1,1426, 1,1536–1,1542, 1,1585, 1,1657–1,1666, 1,1750–1,1760, 1,1786, 1,1830–1,1837, 1,1907–1,1922 sowie die Senkou-Span-B-Linie (1,1578) und die Kijun-sen-Linie (1,1550). Die Linien des Ichimoku-Indikators können sich im Tagesverlauf verschieben, was bei der Interpretation von Handelssignalen berücksichtigt werden muss. Vergessen Sie nicht, den Stop-Loss auf Break-even nachzuziehen, sobald sich der Kurs 15 Pips in die richtige Richtung bewegt. So schützen Sie sich vor möglichen Verlusten, falls sich das Signal als falsch herausstellt.
Am Freitag stehen weder in der EU noch in den USA wichtige Ereignisse oder Datenveröffentlichungen an. Nach zwei Tagen Rückgang im EUR/USD-Paar könnte eine Pause anstehen – es sei denn, der Markt verkauft aus reiner Trägheit weiter, was ebenfalls möglich ist. Aus unserer Sicht gibt es derzeit keine überzeugenden Gründe für die aktuelle Dollar-Stärke.
Heute können Händler Short-Positionen mit Ziel 1,1362 eröffnen, falls der Kurs die Marke von 1,1444 nach unten durchbricht. Long-Positionen sind mit Zielen bei 1,1536–1,1542 möglich, wenn das Paar vom Niveau 1,1444 nach oben abprallt.
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