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EUR/USD Analyse – 12. Juni: Trumps Aussagen unterbrechen den Anstieg des Dollars
13:15 2026-06-12 UTC--4

Das Wellenmuster im 4-Stunden-Chart für EUR/USD hat sich verändert. Es gibt nach wie vor keinen Anlass, von einer Aufhebung des seit Januar vergangenen Jahres laufenden Aufwärtstrendsegments (unterer Chart) zu sprechen. Allerdings hat die Wellenstruktur inzwischen einen korrektiven Charakter angenommen. Langfristig ist mit einer Welle C zu rechnen, deren Tief unterhalb des Tiefs von Welle A liegen dürfte. Derzeit fällt es schwer, an einen derart deutlichen Rückgang des Euro zu glauben, doch das erste Quartal 2026 hat gezeigt, dass Geopolitik wahre Wunder vollbringen und etablierte Trends umkehren kann.

Auf dem unteren Zeitrahmen erkenne ich eine klassische fünfteilige bärische Struktur. Nach Abschluss dieser Struktur könnte das Instrument in eine aufwärtsgerichtete Wellenfolge übergehen, und im Moment wirkt die Struktur abgeschlossen. Daher ist von dem Niveau bei 1,1513 aus, das dem 76,4%-Fibonacci-Retracement entspricht, mit einem Anstieg der europäischen Währung zu rechnen. Ohne geopolitischen Rückenwind kann der Euro jedoch nicht auf eine nachhaltig positive Marktstimmung bauen.

Das Währungspaar EUR/USD zeigte sich am Freitag nahezu unverändert, nachdem es am Vortag etwa 40 Basispunkte zugelegt hatte. Vierzig Punkte sind nicht viel, aber gestern bereitete sich der Markt ganz offensichtlich auf erneute Verkäufe von EUR/USD vor. Sehr wahrscheinlich hätten wir dieses Szenario auch gesehen, wenn Donald Trump nicht am Abend verkündet hätte, dass die für Freitag geplanten Angriffe auf den Iran abgesagt worden seien und ein Abkommen mit dem Iran bereits an diesem Wochenende unterzeichnet werden könne. Wie schon in vielen früheren Fällen berief man sich dabei auf „Insiderinformationen“ von Axios. Zuvor hatte ich mich gefragt, ob irgendjemand am Markt Donald Trump noch Glauben schenkt. Inzwischen frage ich mich, ob überhaupt noch jemand Axios glaubt.

Im Grunde ist Axios in den vergangenen Wochen zu einem Super-Insider geworden, der offenbar als einzige Quelle weltweit genau weiß, was im Nahen Osten tatsächlich geschieht, wie die Verhandlungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten verlaufen und wann ein Abkommen zustande kommt. Bemerkenswert ist, dass sich nur sehr wenige der von Axios in den letzten Wochen verbreiteten Informationen im Nachhinein bestätigt haben. Unterdessen erklärte Teheran erst heute Morgen, man wisse von keinem Abkommen, das angeblich „zu 90 % fertig“ sei – dieselbe Behauptung, die bereits vor zwei Wochen kursierte. Da drängt sich die Frage auf: Verhandelt Trump überhaupt mit der iranischen Regierung?

Dennoch glaubte der Markt erneut an das Abkommen, glaubte Trump und glaubte den von Axios veröffentlichten Insiderberichten, denn anders lässt sich der Rückgang des Dollar am Donnerstagabend kaum erklären. Die Marktteilnehmer ignorierten die Leitzinserhöhung der EZB – die erste seit drei Jahren – ebenso wie die recht straffe Rhetorik von Christine Lagarde. Doch kaum hatte Trump zum fünfundzwanzigsten Mal verkündet, dass ein Abkommen schon am Wochenende zustande kommen könne, stürzten sich die Trader umgehend auf den Dollar-Verkauf. Die aktuelle Wellenstruktur spricht zwar für eine weitere Aufwertung des Euro, doch ich gehe davon aus, dass meinen Lesern bewusst ist, dass sich die Lage am Wochenende noch zehnmal ändern kann. Auf einem derart schwachen und instabilen Fundament lässt sich kein Haus bauen, und der Euro dürfte auf dieser Basis allein kaum weit vorankommen.

Allgemeine Schlussfolgerungen

Auf Grundlage meiner EUR/USD-Analyse komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin in einem Aufwärtstrendsegment (unterer Chart) befindet, während es sich kurzfristig in einem Abwärtstrendsegment bewegt, das bereits abgeschlossen sein könnte. Meiner Einschätzung nach ist dies ein recht günstiger Zeitpunkt, um über das Öffnen von Long-Positionen nachzudenken. Der erfolglose Versuch, die Marke von 1,1513 zu durchbrechen, die dem 76,4%-Fibonacci-Level entspricht, zusammen mit dem augenscheinlich beendeten bärischen Trendsegment deutet darauf hin, dass das Instrument in eine neue aufwärtsgerichtete Wellenfolge übergehen könnte, mit Zielen im Bereich von 1,1700 und höher.

Auf dem höheren Zeitrahmen ist ein Aufwärtstrendsegment zu erkennen, dem die Ausbildung einer korrektiven Wellenstruktur folgt. In naher Zukunft wird die Entwicklung der Welle C mit Zielen im Bereich von 1,1352 erwartet, was dem 38,2%-Fibonacci-Retracement entspricht. Nach Abschluss der A-B-C-Struktur könnte ein neuer langfristiger Aufwärtstrend beginnen.

Die Grundprinzipien meiner Analyse:

  1. Wellenstrukturen sollten einfach und leicht interpretierbar sein. Komplexe Strukturen sind schwer handelbar und ändern sich häufig.
  2. Wenn keine Klarheit über das Marktgeschehen besteht, ist es besser, dem Markt fernzubleiben.
  3. Es kann niemals vollständige Sicherheit über die Marktrichtung geben. Verwenden Sie daher immer schützende Stop-Loss-Orders.
  4. Wellenanalyse kann mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombiniert werden.

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