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EUR/USD Analyse – 12. Mai: Ungewissheit um das Iran-Abkommen
14:28 2026-05-12 UTC--4

Das Wellenmuster im 4-Stunden-Chart für EUR/USD hat sich verändert. Vom Abbruch des im Januar des vergangenen Jahres begonnenen Aufwärtstrendsegments (unterer Chart) kann zwar weiterhin nicht die Rede sein, doch wirkt die Trendstruktur nun äußerst widersprüchlich. In solchen Situationen empfehle ich stets, auf einen kleineren Zeitrahmen (oberer Chart) umzuschalten und sich auf die einfachsten und kleinsten Wellenstrukturen zu konzentrieren, um eine kurzfristige Prognose zu erstellen – was für das Eröffnen von Positionen mehr als ausreichend ist. Wellenstrukturen können sehr komplex werden und mehrere verschiedene Szenarien zulassen. Am einfachsten ist es, sich am klassischen „Fünf-Drei“-Muster zu orientieren.

Im obigen Chart kann ich eine klassische fünfteilige Impulsstruktur mit verlängerter dritter Welle erkennen. Nach Abschluss dieser Struktur begann eine Korrekturformation aus mindestens drei Wellen. Allerdings kann diese Struktur ebenfalls einen impulsiven, fünfteiligen Charakter annehmen, was durchaus möglich ist. Infolgedessen erwarte ich nun die Ausbildung der Welle 5 mit Kurszielen im Bereich von etwa 1,1900. Geopolitische Entwicklungen können die Wellenzählung jedoch weiterhin verändern.

Das Währungspaar EUR/USD ist am Dienstag nach neuen Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump zum Thema Iran um 40 Basispunkte gefallen. Der Hausherr des Weißen Hauses erklärte insbesondere, dass das Abkommen mit dem Iran vor dem Scheitern stehe. Trump betonte, dass die Vereinigten Staaten keinen erneuten Krieg mit dem Iran anstreben, ließ jedoch offen, was geschieht, wenn die Diplomatie letztlich in eine Sackgasse gerät.

Und es ist sehr wahrscheinlich, dass die Diplomatie tatsächlich scheitert. Zur Erinnerung: Die Position Irans bleibt unverändert – zunächst Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus, Sicherheitsgarantien und Aufhebung der Sanktionen, und erst danach Gespräche über die Nuklearfrage. Die Position Washingtons ist genau entgegengesetzt: Zuerst muss der Iran vollständig auf die Urananreicherung verzichten und sämtliche Uranbestände abgeben, und erst dann können andere Fragen diskutiert werden. Man kann nur mutmaßen, worüber im Verlauf des vergangenen Monats verhandelt wurde, wenn sich die Positionen beider Seiten überhaupt nicht verändert haben.

Der Markt beginnt jedoch allmählich, die Lage realistischer einzuschätzen. In den vergangenen Wochen habe ich wiederholt darauf hingewiesen, dass die Chancen auf ein Abkommen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten äußerst gering sind. Das bedeutet natürlich nicht zwangsläufig, dass in naher Zukunft der Krieg wieder aufflammt, doch die Aussicht auf einen langwierigen Konflikt und eine anhaltende Blockade der Straße von Hormus erscheint inzwischen nahezu sicher.

Vor dem Hintergrund der sich verschlechternden geopolitischen Lage könnte die Nachfrage nach dem US-Dollar wieder zu steigen beginnen, auch wenn ich nicht davon ausgehe, dass das Paar EUR/USD unter seine März-Tiefs fällt. Sollten die Ölpreise jedoch auf 150 US-Dollar je Barrel oder darüber klettern, ist grundsätzlich alles möglich. Der aktuelle Rückgang von EUR/USD ist zu schwach, um ihn als Beginn eines neuen bärischen Trendsegments anzusehen. Zudem ändert sich die Rhetorik von Donald Trump fast täglich. Schon morgen könnte es heißen, dass Iran die Forderungen Washingtons akzeptiert habe und ein Abkommen kurz vor der Unterzeichnung stehe.

Allgemeine Schlussfolgerungen

Auf Grundlage meiner EUR/USD-Analyse komme ich zu dem Schluss, dass sich das Währungspaar weiterhin in einem übergeordneten Aufwärtstrendsegment befindet (unteres Chart), sich kurzfristig jedoch innerhalb einer Korrekturstruktur bewegt. Die Korrekturwelle scheint größtenteils abgeschlossen zu sein, könnte sich jedoch noch zu einer komplexeren und längeren Formation ausweiten. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten können in naher Zukunft zusätzlichen Abwärtsdruck auslösen, weshalb bei der Eröffnung von Long-Positionen Vorsicht geboten ist. Vorerst rechne ich weiterhin mit einem weiteren Anstieg in Richtung der Zielzone um das Niveau von 1,1900.

In der kleineren Zeiteinheit ist das gesamte bullische Trendsegment sichtbar. Die Wellenstruktur ist etwas ungewöhnlich, da sich die Korrekturwellen in ihrer Größe deutlich unterscheiden. So ist zum Beispiel die Korrekturwelle 2 höheren Grades kleiner als die interne Welle 2 innerhalb der Welle 3. Dennoch kommen solche Situationen vor. Ich möchte Trader außerdem daran erinnern, dass es am sinnvollsten ist, auf den Charts klare und gut nachvollziehbare Strukturen zu identifizieren, anstatt die Analyse zwanghaft an jede einzelne Welle zu knüpfen. Die jüngsten Wellen lassen sich nur schwer eindeutig bestimmen, daher stützt sich meine Analyse in erster Linie auf die höhere Zeitebene.

Grundprinzipien meiner Analyse

  1. Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer handelbar und werden häufig im Nachhinein überarbeitet.
  2. Wenn keine ausreichende Sicherheit über die aktuelle Marktsituation besteht, ist es besser, dem Markt fernzubleiben.
  3. Es kann niemals absolute Gewissheit über die Marktrichtung geben. Verwenden Sie daher immer schützende Stop-Loss-Orders.
  4. Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombinieren.

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