Der Euro, das Pfund und andere Risikoanlagen haben sich problemlos von ihren morgendlichen Verlusten erholt, die durch eine weitere Nervositätswelle im Nahen Osten ausgelöst worden waren. Zur Mittagszeit schien sich die Lage jedoch etwas zu entspannen: Iran verzichtete darauf, neue Verhandlungen kategorisch abzulehnen, und die USA nahmen in ihren Stellungnahmen zur Situation im Nahen Osten eine zurückhaltendere Haltung ein.
Heute dürfte die erste Tageshälfte recht ereignisreich werden, mit Konjunkturdaten, die die Marktstimmung beeinflussen könnten.
Im Mittelpunkt stehen dabei wichtige Indikatoren, die den Stand der Geschäftstätigkeit in der Eurozone und insbesondere im Motor der europäischen Wirtschaft – Deutschland – widerspiegeln. Erwartet wird die Veröffentlichung des Konjunkturindex für die Eurozone vom renommierten ZEW-Institut. Es handelt sich um einen Frühindikator, da er die Geschäftserwartungen in Bezug auf die künftige wirtschaftliche Entwicklung abbildet. Ein Anstieg des Index deutet in der Regel auf wachsenden Optimismus sowie auf eine stärkere Investitions- und Expansionsbereitschaft der Unternehmen hin, während ein Rückgang auf zunehmende Sorgen und mögliche Abschwächungen hindeuten kann.
Parallel dazu werden ähnliche Daten für Deutschland veröffentlicht. Der ZEW-Konjunkturindex für Deutschland sowie der Index zur aktuellen Lage vermitteln ein detaillierteres Bild über den gegenwärtigen Zustand der größten Volkswirtschaft Europas.
Für das Pfund ist die heutige Morgensitzung von besonderer Bedeutung. Im Fokus der Experten stehen zwei fundamentale makroökonomische Kennzahlen: die Beschäftigungsquote und die Entwicklung der Durchschnittslöhne. Die Arbeitslosenquote gilt traditionell als wichtigster Indikator der wirtschaftlichen Aktivität. Ihr Rückgang signalisiert in der Regel einen florierenden Arbeitsmarkt, eine stärkere Nachfrage nach Fachkräften und damit einhergehend höhere Konsumausgaben.
Von besonderer Relevanz sind auch die Daten zur Entwicklung der Durchschnittslöhne. Ein Lohnanstieg, der über der erwarteten Inflationsrate liegt, könnte Befürchtungen hinsichtlich der Nachhaltigkeit des Preisauftriebs bestätigen. Die Bank of England analysiert derzeit die Trends bei den Durchschnittslöhnen sehr sorgfältig, da diese sich direkt auf die Kaufkraft der Bevölkerung – und damit auf die Konsumnachfrage – auswirken. Übersteigt das Einkommenswachstum die Inflation, könnte dies ein starkes Argument für eine restriktivere Geldpolitik sein, die darauf abzielt, Inflationsrisiken einzudämmen.
Sollten die Daten den Erwartungen der Volkswirte entsprechen, empfiehlt es sich, auf Basis der Mean Reversion-Strategie zu agieren. Weichen die Daten deutlich nach oben oder unten von den Prognosen der Ökonomen ab, ist es ratsam, die Momentum-Strategie zu verwenden.



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