Analytical Reviews

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Der Persische Golf-Konflikt und steigende Ölpreise: Wie geht es weiter?
17:45 2026-03-02 UTC--5

Mitten im Konflikt im Persischen Golf erlebt der Ölmarkt erhebliche Schwankungen. Die Wirtschaft ist mit Risiken in der Versorgung und Logistik konfrontiert, ebenso mit geopolitischen Spannungen, die die Preise deutlich beeinflussen könnten. Schauen wir uns an, was derzeit auf dem Ölmarkt geschieht und was das bedeutet.

Ölpreis: Wie Krieg den Markt beeinflusst

Am 2. März 2026 sind die Ölpreise sprunghaft angestiegen. Die Brent-Notierungen kletterten auf 82,37 US-Dollar pro Barrel, was 13 % über dem Vortag liegt. Kurz darauf gaben die Preise etwas nach und stabilisierten sich bei 78–79 US-Dollar pro Barrel (ein Plus von 7–8 %). Der Preis für WTI stieg ebenfalls um 12 % auf 75,33 US-Dollar pro Barrel, stabilisierte sich dann aber im Bereich von 71–72 US-Dollar (+7 %).

Der Hauptgrund für diese Schwankungen sind Sorgen um die Ölversorgung. Die geopolitische Lage in der Region, Angriffe auf Öltanker sowie Drohungen, Seewege zu blockieren, zwingen Investoren dazu, ihre Risiken neu zu bewerten – was die Preise steigen lässt.

Straße von Hormus: Ein zentraler Knotenpunkt für die Ölversorgung

Die Straße von Hormus bleibt eine entscheidende Schlagader des weltweiten Ölexports. Etwa 20 % des global gehandelten Öls passieren diese Meerenge, ebenso ein erheblicher Teil des verflüssigten Erdgases. Jede Bedrohung dieses Nadelöhrs wirkt sich unmittelbar auf die Ölpreise aus.

Jüngste Angriffe auf Tanker in dieser Region haben bereits mindestens drei Schiffe beschädigt und ein Menschenleben gekostet. Zudem sitzen 150 Schiffe am Eingang der Meerenge fest, weil sie sich vor der Durchfahrt fürchten.

Als Reaktion auf diese Bedrohungen haben Versicherer begonnen, den Versicherungsschutz für Schiffe in dieser Region einzuschränken, was die Schifffahrt zusätzlich erschwert. Einige Tanker mit Ziel Japan bleiben nun im Persischen Golf und meiden die gefährlichen Gewässer.

Versicherung und Fracht: Steigende Kosten der Ölzustellung

Nach der Verschärfung der Lage im Persischen Golf haben Seeversicherer die Kriegsrisikodeckung für Schiffe, die durch iranische Gewässer und angrenzende Gebiete fahren, gestrichen. Diese Entscheidung tritt am 5. März 2026 in Kraft.

Diese Änderungen haben sich sofort auf die Kosten der Ölzustellung ausgewirkt. So haben sich zum Beispiel die Frachtraten für Öltransporte aus dem Persischen Golf nach Asien seit Jahresbeginn verdreifacht. Die Transportkosten für große Tanker liegen nun bei 12 Millionen US-Dollar pro Fahrt – dem höchsten Stand seit 2020. All dies hängt mit dem Risiko von Angriffen und den gestiegenen Versicherungskosten zusammen.

Herausforderungen bei der Ölförderung in der Region

Die geopolitische Instabilität beeinträchtigt auch die Förderkapazitäten. So hat Saudi-Arabien nach einem Drohnenangriff den Betrieb in einer seiner größten Raffinerien, Ras Tanura, ausgesetzt. Die Raffinerie verarbeitete 550.000 Barrel Öl pro Tag.

Darüber hinaus wurden Öllieferungen aus dem irakischen Kurdistan gestoppt. Der Ölfluss durch die Pipeline in die Türkei ist zum Erliegen gekommen, was 200.000 Barrel pro Tag entspricht. Zusätzlich haben die israelischen Behörden Chevron aufgefordert, die Förderung im Gasfeld Leviathan einzustellen, was den Energiemarkt weiter unter Druck setzt.

OPEC+ und begrenzte Produktionskapazitäten

Kürzlich haben die OPEC+-Staaten eine moderate Ausweitung der Förderung um 206.000 Barrel pro Tag ab April 2026 vereinbart. Dies ist ein sehr geringer Anstieg und entspricht weniger als 0,2 % der weltweiten Produktion.

Dennoch könnte eine tatsächliche Steigerung der Förderung schwierig werden. Aufgrund der Risiken im Schiffsverkehr und in der Versicherung werden die OPEC+-Länder zusätzlich geförderte Ölmengen nicht schnell auf den Markt bringen können. Zudem hat Saudi-Arabien in den vergangenen Wochen bereits 500.000 Barrel pro Tag zusätzlich gefördert, um Befürchtungen über Versorgungsengpässe entgegenzuwirken.

Probleme bei Ölprodukten

Betroffen sind nicht nur Rohöl, sondern auch Ölprodukte wie Flugturbinenkraftstoff (Jet Fuel) und Diesel, bei denen es ebenfalls zu Engpässen kommt. In Asien sind die Preise für diese Produkte auf Mehrjahreshochs gestiegen. Die Aufschläge für Jet Fuel liegen derzeit bei 4 US-Dollar pro Barrel, bei Diesel bei 4,25 US-Dollar pro Barrel.

Der Hauptgrund für diese Knappheit ist die Gefahr von Lieferunterbrechungen über die Straße von Hormus sowie die gestiegene Nachfrage Europas nach asiatischen Lieferungen. Bemerkenswert ist, dass 40 % des nach Europa gelieferten Jet Fuel die Straße von Hormus passieren – was den Druck auf diese Ströme zusätzlich erhöht.

Auswirkungen auf die Preisbildung

S&P Global Platts, ein führendes Unternehmen bei der Bewertung von Ölpreisen, hat aufgrund der Liefer­risiken über die Straße von Hormus die Annahme von Geboten zur Preisfeststellung für Öl und Ölprodukte ausgesetzt. Dennoch wird das Unternehmen weiterhin Preisabschätzungen auf Basis anderer Marktdaten veröffentlichen.

Ölreserven in den USA

Obwohl der Fokus des Marktes derzeit auf der globalen Instabilität liegt, ist bemerkenswert, dass die US-Ölvorräte in der vergangenen Woche um 16 Millionen Barrel auf 435,8 Millionen Barrel gestiegen sind. Dies könnte sich auf die Preise auswirken, wird derzeit aber von der geopolitischen Lage überlagert.

Zukünftige Prognosen

Analysten großer Finanzhäuser wie Citi und Goldman Sachs rechnen damit, dass die Ölpreise hoch bleiben. In den kommenden Wochen könnte sich Brent zwischen 80 und 90 US-Dollar pro Barrel bewegen, sofern sich die geopolitische Lage nicht entspannt. Sollten die Störungen der Ölversorgung anhalten, könnten die Preise sogar über 100 US-Dollar pro Barrel steigen, wie Analysten von Wood Mackenzie warnen.

Fazit

Die aktuelle Lage am Ölmarkt bleibt äußerst instabil. Angriffe auf Öltanker, Lieferprobleme über die Straße von Hormus sowie steigende Versicherungs- und Frachtkosten – all dies trägt zu höheren Preisen für Öl und Ölprodukte bei. Kurzfristig wird es entscheidend sein, die Entwicklungen im Persischen Golf und die Reaktionen wichtiger Förderländer wie Saudi-Arabien und Iran genau zu beobachten.

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