Das Währungspaar EUR/USD zeigte am Donnerstag eine unerwartete Bewegung. An diesem Tag fehlte sowohl der makroökonomische als auch der fundamentale Hintergrund, doch gleichzeitig durchbrach der Kurs den Abwärtskanal mindestens zweimal, was dem Paar weiteres Wachstum ermöglichte. Allerdings fand der Markt, wie so häufig in letzter Zeit, erneut einen Anlass, US-Dollar zu kaufen. Bis Donnerstagabend wurde bekannt, dass eine weitere Verhandlungsrunde zwischen Iran und den USA ergebnislos geblieben war. Teheran lehnte Washingtons Nuklearabkommen ab, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer militärischen Intervention der USA auf nahezu 100 % anstieg. Vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen wertete der Dollar erneut auf. Zusätzlich begann Pakistan gestern mit militärischen Aktionen gegen Afghanistan, was die Nachfrage nach sicheren Häfen weiter erhöhte – zu denen der Dollar, wenn auch mit deutlichen Einschränkungen, weiterhin gezählt werden kann. Wie wir sehen, wird die US-Währung derzeit ausschließlich von der Geopolitik gestützt, wobei selbst dieser Faktor ein Ablaufdatum hat.

Auf dem 5-Minuten-Chart bildete sich am Donnerstag ein Handelssignal, auf das unerfahrene Trader hätten reagieren können. In der frühen asiatischen Sitzung prallte der Kurs von der Zone 1,1830–1,1837 ab, doch zum Beginn der europäischen Sitzung hatte sich der Preis kaum von dem Punkt entfernt, an dem das Signal entstanden war. Somit hätte eine Short-Position eröffnet werden können. Das nächste Zielgebiet bei 1,1745–1,1754 wurde zwar nicht erreicht, aber Trader konnten ihre Positionen bis zum Abend manuell mit Gewinn schließen.
Auf dem Stunden-Chart wurde der Abwärtstrend aufgehoben, da sich der Kurs oberhalb des fallenden Kanals etabliert hat. Anfang 2026 hat sich der langfristige Aufwärtstrend wieder fortgesetzt, daher erwarten wir einen neuen mittelfristigen Anstieg des Euro. Das grundlegende Umfeld bleibt für die US-Währung insgesamt sehr schwierig, weshalb wir eine weitere Aufwärtsbewegung voll unterstützen.
Am Freitag können Einsteiger Short-Positionen in Betracht ziehen, falls der Kurs von der Zone 1,1830–1,1837 nach unten abprallt, mit einem Ziel bei 1,1745–1,1754. Eine Kursbestätigung oberhalb der Zone 1,1830–1,1837 ermöglicht das Eröffnen von Long-Positionen mit einem Ziel bei 1,1899–1,1908.
Auf dem 5-Minuten-Chart sind folgende Marken zu beachten: 1,1455–1,1474, 1,1527–1,1531, 1,1550, 1,1584–1,1591, 1,1655–1,1666, 1,1745–1,1754, 1,1830–1,1837, 1,1899–1,1908, 1,1970–1,1988, 1,2044–1,2056 und 1,2092–1,2104. Am Freitag veröffentlicht Deutschland Inflationsdaten, Arbeitslosenzahlen und Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung. In den USA wird der Erzeugerpreisindex (PPI) veröffentlicht. Wir rechnen nicht mit einer starken Marktreaktion auf diese Daten, da derzeit geopolitische Faktoren für den Markt im Vordergrund stehen.
QUICK LINKS