Die Wellenstruktur im 4-Stunden-Chart für EUR/USD hat ein weniger vorteilhaftes Erscheinungsbild angenommen, wirft jedoch keine Fragen auf. Von einer Aufhebung des seit Januar vergangenen Jahres laufenden Aufwärtstrendsegments kann weiterhin keine Rede sein; lediglich die interne Wellenstruktur wird von Zeit zu Zeit angepasst. Meiner Ansicht nach hat das Instrument die Ausbildung der globalen Welle 4 (unteres Bild) abgeschlossen. Falls diese Annahme zutrifft, entfaltet sich derzeit Welle 5, die sich deutlich ausdehnen könnte, mit Zielbereichen bis in die Zone um 1,2500.
Die Binnenstruktur der vermuteten Welle 5 ist nicht vollständig klar (oberes Bild). Die Aufwärtssequenz lässt sich aufgrund der recht ausgeprägten Korrekturwellen nicht als impulsiv einstufen. Daher wird sie in der aktuellen Phase als a-b-c-d-e interpretiert. Sollte sich Welle 5 verlängern, könnte sich auch ihre innere Struktur komplex gestalten. In diesem Fall müsste die Zählung der Wellen möglicherweise mehrfach überarbeitet werden. Unter dem Strich rechne ich jedoch mit einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung im EUR/USD, und die korrektive a-b-c-Struktur wirkt bereits abgeschlossen.
Der EUR/USD-Kurs zeigte auch am Mittwoch nahezu keine Veränderung. Ein Vergleich des Eröffnungsniveaus der laufenden Woche mit dem aktuellen Kurs zeigt nur minimale Abweichungen – 1,1785 gegenüber 1,1778. Im Wesentlichen sind in dieser Woche lediglich wenig überzeugende Versuche der Marktteilnehmer zu beobachten gewesen, den Kurs entweder nach oben oder nach unten zu bewegen, und sämtlichen Versuchen war kein Erfolg beschieden. Einerseits gab es in dieser Woche nur wenige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten und noch weniger wirklich bedeutende Veröffentlichungen. Dies könnte das Zögern sowohl der Verkäufer als auch der Käufer erklären. Andererseits kommen aus dem White House nahezu täglich neue Meldungen – sei es zu Iran oder zu den in der vergangenen Woche von Donald Trump verkündeten neuen Handelszöllen. Manche mögen anderer Meinung sein, doch ich bin überzeugt, dass derartige Entwicklungen eine Marktreaktion rechtfertigen.
Derzeit dreht sich alles um Iran und die Möglichkeit eines militärischen Eingreifens der USA. Morgen steht die dritte Verhandlungsrunde zwischen Teheran und Washington an, doch politischen Analysten zufolge sind die Erfolgsaussichten eher gering. Die Zeit arbeitet gegen Iran. Trump beabsichtigt nicht, seine Marineflotte für einen längeren Zeitraum vor der Küste Irans zu stationieren. Im Gegenteil: Die Präsenz der Flotte soll Teheran gefügiger machen und die Verhandlungen beschleunigen. Öffentlich bekundet Teheran zwar ebenfalls die Bereitschaft, eine Einigung mit den USA zu erzielen – allerdings zu den eigenen Bedingungen, die sich deutlich von den Vorschlägen Donald Trumps unterscheiden. Daher ist es wahrscheinlich, dass wir morgen von unbefriedigenden Ergebnissen der jüngsten Gesprächsrunde hören werden. Ob es danach zu einer weiteren Runde kommen wird, ist ungewiss.

Auf Grundlage der Analyse von EUR/USD gelange ich zu dem Schluss, dass das Instrument weiterhin ein Aufwärtstrendsegment ausbildet. Die Politik von Donald Trump und die Geldpolitik der Federal Reserve bleiben bedeutende langfristige Belastungsfaktoren für den US-Dollar. Die Ziele für das aktuelle Trendsegment könnten sich bis in den Bereich um 1,2500 erstrecken. Gegenwärtig gehe ich davon aus, dass sich das Instrument nach wie vor in der globalen Welle 5 befindet und erwarte daher in der ersten Hälfte des Jahres 2026 höhere Kurse. Die korrektive a-b-c-Struktur kann jederzeit abgeschlossen sein, da sie bereits schlüssig wirkt. Meiner Meinung nach ist es nun sinnvoll, nach Zonen und Niveaus für neue Long-Positionen mit Zielen im Bereich von 1,2195 und 1,2367 Ausschau zu halten, was den Fibonacci-Niveaus von 161,8 % und 200,0 % entspricht.
In einem kleineren Zeitrahmen ist das gesamte Aufwärtstrendsegment sichtbar. Die Wellenstruktur ist nicht völlig typisch, da sich die Korrekturwellen in ihrer Größe unterscheiden. So ist beispielsweise die größere Welle 2 kleiner als die interne Welle 2 innerhalb der Welle 3. Dennoch kommen derartige Formationen vor. Wichtig ist, auf den Charts klare Strukturen zu identifizieren, anstatt starr darauf zu beharren, jede einzelne Welle zu beschriften. Derzeit wirft die Aufwärtsstruktur der Wellen keine Zweifel auf.
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