Heute, am Montag, hält sich Gold über der psychologisch wichtigen Marke von 5.000 US-Dollar. Eine Kombination unterstützender Faktoren mahnt aggressive Verkäufer zur Vorsicht. Ein moderater Anstieg des US-Dollar-Index zusammen mit einer insgesamt positiven Risikostimmung übt jedoch etwas Abwärtsdruck auf das Edelmetall aus.
Die geopolitischen Spannungen bleiben dennoch erhöht, während in dieser Woche die zweite Runde der US–Iran-Gespräche über das Atomprogramm ansteht. Insbesondere haben die Vereinigten Staaten einen zweiten Flugzeugträger in die Region verlegt und bereiten sich auf die Möglichkeit einer längeren Militäroperation vor, falls der Dialog scheitert. Die Revolutionsgarden Irans haben erklärt, sie seien bereit, als Reaktion auf Aggressionen auf ihrem Territorium jeden US-Stützpunkt anzugreifen. Solche Umstände könnten den Goldpreis zusätzlich nach oben treiben.
Gleichzeitig erscheint eine deutliche Aufwertung des US-Dollars angesichts der Erwartung einer eher dovish ausgerichteten Geldpolitik der Federal Reserve unwahrscheinlich, was traditionell die Edelmetalle stützt. Trotz der schwachen US-Daten zu den Nonfarm Payrolls (NFP) vom vergangenen Mittwoch konzentrierten sich die Marktteilnehmer auf die enttäuschenden Verbraucherpreisinflationsdaten vom Freitag, was die Erwartungen einer Leitzinssenkung der Fed im Juni verstärkte. Der US-Verbraucherpreisindex (CPI) stieg im vergangenen Monat um 0,2 %, der Kern-CPI um 0,3 %, was die Argumente für eine weitere Lockerung der Fed-Politik untermauert und potenzielle Rückgänge beim Goldpreis begrenzen könnte. Geringe Handelsvolumina aufgrund des US-Feiertags Presidents’ Day hindern Spekulanten darüber hinaus daran, große Richtungspositionen in XAU/USD aufzubauen.
Äußerungen von Vertretern der Federal Reserve könnten den US-Dollar und Rohstoffwerte dennoch stützen. In dieser Woche sollte der Fokus am Mittwoch auf dem Protokoll der FOMC-Sitzung liegen, das Hinweise auf das Tempo möglicher Zinssenkungen der Fed liefern könnte. Zusätzlich könnten die globalen Einkaufsmanagerindizes (PMI) am Freitag in der zweiten Wochenhälfte weitere Handelschancen eröffnen.
Aus technischer Sicht hat das Scheitern, die Aufwärtsdynamik vom Freitag oberhalb des 100-Perioden-Simple-Moving-Average (SMA) im Stundenchart aufrechtzuerhalten, den Vorteil bei den Verkäufern belassen. Die Kurse notieren weiterhin unterhalb dieses SMA, was das Aufwärtspotenzial begrenzt und den bärischen Intraday-Bias aufrechterhält.
Das MACD-Histogramm bewegt sich unterhalb der Signallinie in neutralem Terrain. Sollte es unter die Nulllinie fallen, dürfte sich der bärische Einfluss verstärken. Der Relative-Stärke-Index (RSI) pendelt nahe neutralen Niveaus mit abwärts gerichteter Tendenz und spricht damit ebenfalls für die Bären. Der Abwärtsdruck dürfte anhalten, solange XAU/USD unterhalb des 100-Perioden-SMA im Stundenchart bleibt.
Eine Erholung wird erst dann wahrscheinlich, wenn der MACD die Signallinie nach oben kreuzt und der RSI wieder über 50 steigt und dabei einen Aufwärtstrend ausbildet. Eine solche Konstellation würde den bärischen Druck abschwächen und den Weg für weitere Kursgewinne ebnen.
QUICK LINKS